Fachtag: #hatebreach – Hass im Netz begegnen | Politische Medienbildung | pädagogische Konzepte | Handlungsoptionen

23. November 2017, 8:30 bis 17 Uhr in der Stadthallte in Baunatal

Hass im Netz stellt die demokratische Gesellschaft vor große Herausforderungen. Verunglimpfungen, Beleidigungen und strafbare Beiträge gehören inzwischen zum digitalen Alltag in den Kommentarspalten und sozialen Netzwerken. Die Motive, im Netz zu hassen, sind vielfältig: Rassismus, Spaß am „Haten“ oder (politisch) motivierte Überzeugungsversuche, die allzu häufig auf kruden Konzepten, „Bauchgefühlen“ und verkürzt dargestellten Realitäten basieren. 

Junge Menschen bewegen sich selbstverständlich im digitalen Raum, das Internet mit den diversen Diensten ist Teil ihrer Lebenswirklichkeit. Beunruhigend ist, dass 91 % der 14- bis 21-Jährigen bereits Erfahrungen mit Hate Speech in den Sozialen Netzwerken gemacht (FORSA Studie 2016) haben. U.a. diese Zahlen machen die Auseinandersetzung mit Hate Speech, besonders im Kontext von Bildung und Jugendarbeit notwendig.

 

Junge Menschen müssen befähigt werden, mit Hass im Netz umgehen zu können sich für demokratische Prinzipien – auch im Netz – einzusetzen. Der Fachtag möchte die Teilnehmenden für das Thema Hate Speech in Bezug auf Medienbildung und politische Bildung sensibilisieren, Anregungen für die pädagogische Praxis geben, bestehende Angebote in Nordhessen sichtbar zu machen und zum Austausch anregen.

Es stehen außerdem Infostände und Ansprechpartner*innen von Initiativen und Organisationen zur Verfügung, die pädagogische Arbeit in Schule und Jugendbildung unterstützen können.

Programmübersicht
Hate Speech in der Hessisch Niedersächsischen Allgemeine: Es könnten Ihre Nachbar*innen sein.
Gespräch mit Jens Nähler (Leiter der HNA-Online-Redaktion und Teil der HNA-Chefredaktion) über seine Erfahrungen mit Hate Speech

Vortrag: Online Hate Speech – Perspektiven auf eine neue Form des Hasses
Aycha Riffi, Medienwissenschaftlerin und -pädagogin, Leiterin der Grimme-Akademie des Grimme-Instituts, Marl 

Vortrag: Hate Speech verstehen – Funktionen, Folgen und Prävention
Dorothee Scholz, Diplompsychologin, Therapeutin, Berlin

In sogenannten „Impulsen“ haben Sie die Möglichkeit, die Arbeit verschiedener Organisationen und Personen im Themengebiet Hate Speech in der Region kennenzulernen und gemeinsam Ihre Fragen zu diskutieren. Die Impulse dienen zur Anregung für die Praxis und geben Ihnen einen Einblick in Angebote, die für Sie über den Fachtag hinaus nutzbar sind. Sie können an zwei Impulsen nacheinander teilnehmen.

Impuls 1: Radikalisierung im Internet | Bedeutung moderner Medien in identitätsstiftenden Prozessen junger Menschen
(Rote Linie - Pädagogische Fachstelle Rechtsextremismus | Gamze Damat)

Impuls 2: Handlungsorientierte politische Medienbildung in der Schule gegen Hass im Netz
(Die Kopiloten e.V. | Projekt Hatebreach - Hass im Netz begegnen. | Philipp Meyer und Maria Grüning)

Impuls 3: Bildung gegen Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit
(kopfstand e.V. Bildungskollektiv | Thorsten Endlein)

Impuls 4: Melden, Blockieren, Anzeigen? (Straf)rechtliche Möglichkeiten mit Hass im Netz umzugehen
(Polizeipräsidium Nordhessen, Kassel | Aniane Emde, Polizeioberkommissarin)

Impuls 5: Ignorieren, Countern, Blockieren? Zum Umgang mit Hasskommentaren
(Grimme-Akademie, Marl | Aycha Riffi)

Impuls 6: Argumentieren gegen Menschenfeindlichkeit
(Mobiles Beratungsteam gegen Rechtsextremismus/Hessen /MBT Hessen | Christopher Vogel)

Der Fachtag wird u.a. gefördert durch das Bundesprogramm "Demokratie leben! - Aktiv gegen Rechtsextremismus, Gewalt und Menschenfeindlichkeit" und das Landesprogramm "Hessen - aktiv für Demokratie und gegen Extremismus".

Mehr Informationen zum und zur Anmeldung, siond auf der Webiste des Projektes zu finden: www.hatebreach.net

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