Wanderausstellung WEISSE WÖLFE - Das Konzept

Die Ausstellung ist seit März 2016 im Besitz des Vereins Die Kopiloten e.V. und ist als Wanderausstellung in Schulen und an außerschulischen Lernorten, insbesondere für junge Menschen in der Region, zugänglich. 

Die Ausstellung

Die Auseinandersetzung mit rechtem Terror im Zusammenhang mit den NSU-Morden mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der Neonazi-Szene umfasst zwei wesentliche Komponenten. Die Ausstellung, bestehend aus bis zu 37 Bildpanelen, bildet die Story der Reportage auf eindrucksvolle Art und Weise ab und beantwortet dabei folgende Frage: „Warum fährt irgendwer aus dem Thüringer Wald ausgerechnet nach Dortmund, um einen Türken zu töten?” Zu Themen wie beispielsweise Verfassungsschutz, Rechtsrock und rechte Symbolik stehen Hintergrundinformationen zur Verfügung.

Seit Oktober 2012 erinnert der „Halit-Platz” in Kassel an den am 06. April 2006 ermordeten Halit Yozgat, das neunte Opfer des NSU. Durch die Berichterstattung in regionalen und überregionalen Medien, ist ein Großteil der Kasseler Bevölkerung bereits über die Mordserie im Allgemeinen und den Mord an Halit Yozgat in Kassel im Speziellen informiert.

Die Ausstellung bietet durch die Verwendung von Bildern in Comic-Form die Möglichkeit, visuelle und emotionale Zugänge zur Thematik zu unterstützen, die in „klassischen” bild- und textbasierten Ausstellungen so nicht möglich sind. Gerade ein junges Publikum, das nicht regelmäßig Zeitungs- und Fachbeiträge studiert, soll durch diese Ausstellungsform angesprochen werden.

Durch die Auseinandersetzung mit der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) in Form einer Ausstellung wird die Grundlage geschaffen, die Taten in den Kontext der Strategie und des Vorgehens rechter Gruppierungen zu setzen und die aktuelle juristische Aufarbeitung der Morde nachvollziehen und bewerten zu können. Da einer der Morde in Kassel stattfand, wird durch den gegebenen Ortsbezug die Verknüpfung der Ausstellungsinhalte mit der eigenen Lebenswelt begünstigt.  

Der Rundgang

Um die Auseinandersetzung zu vertiefen und insbesondere jungen Menschen besser zugänglich zu machen, werden Rundgänge angeboten, die die Ausstellungsinhalte an die Lebenswelt der Teilnehmenden anbinden. Hierbei steht die Frage „Was hat das mit mir zu tun?” im Vordergrund.

 

Die Rundgänge haben einen interaktiven und transformativen Charakter und distanzieren sich von einem affirmativem Diskurs, um die Kritik- und Handlungsfähigkeit zu fördern. Die Teilnehmenden werden die Ausstellung nicht ausschließlich sehen und Gesagtes hören, sondern während der Vermittlung aktiv eingebunden. Die auch emotional ansprechende Darstellung als grafische Reportage lädt dazu ein, eigene Gedanken und Meinungen in die Ausstellung einfließen zu lassen, sowohl durch interaktive Methoden als auch durch das Einbringen von eigenen Statements in die Ausstellung selbst.Durch das Wandern der Ausstellung und die Durchführung von Rundgängen, beispielsweise mit Schulklassen durch einen außerschulischen Bildungspartner, entsteht eine Verschränkung von schulischer und außerschulischer Bildung, die neue Lernformen und Erfahrungsräume ermöglicht und so zur weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema anregt.

Thematische Schwerpunkte des Rundgangs sind Rechtsrock, Netzwerke, Symbole und Codes, ebenso wie rechte Ideologie, die Turner-Tagebücher und der NSU-Komplex.

 

Zielgruppe

Das Vorhaben richtet sich hauptsächlich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16-25 Jahren. Das Projekt wird mehrfach an verschiedenen Schulen unterschiedlicher Schulformen sowie -stufen durchgeführt. Dies gewährleistet, dass eine große und vor allem heterogene Gruppe von Schüler*innen im Rahmen der Ausstellung erreicht wird. Zudem werden außerschulische Lernorte, wie beispielsweise Rathäuser oder Jugendzentren einbezogen.


Ansprechpartnerin

Sie haben Fragen zur Ausstellung und zum Konzept? Sie möchten die Ausstellung in Ihre Schule holen oder in anderen Kontexten mit und zusammenarbeiten? Sie wollen in dem Projekt mitarbeiten, beispielsweise als Teamer*in?
Dann melden Sie sich bei Maria Grüning (gruening[at]diekopiloten.de | 0151-62406425)

 

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